Graue Post

15. März 2010

Verbindungsnetzbetreiberkennziffer (VNBKZ)

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Exkurs: Was ist sind TNB und VNB?
Ein Verbindungsnetzbetreiber (VNB) ist ein Fernsprechnetzbetreiber der kein Teilnehmernetzbetreiber (TNB) ist. Die meisten TNB sind jedoch auch VNB.

Ein TNB stellt physikalisch vorhandene Telefonschlüsse bereit und schließt somit Teilnehmer (besser gesagt deren Telefone) an sein Netz an. Es geht also tatsächlich um die genutzten Leitungen und Anschlussgeräte.
TNBs sind z.B. Arcor, HanseNet, NetCologne oder die Deutsche Telekom.

Ein VNB hingegen vermarktet keine Telefonanschlüsse sondern nur die Telefongespräche. Daher benötigt der VNB kein eigenes Teilnehmernetz sondern nur ein Vermittlungsnetz.
Den Zugang zum Telefonnetz erhalten die Teilnehmer durch einen TNB, die geführten Gespräche werden aber vom jeweiligen VNB in Rechnung gestellt.
Da der VNB keine Investitionskosten für ein Teilnehmernetz trägt, kann er die Gesprächstarife meist etwas niedriger ansetzen als ein VNB.
VNBs sind z.B. Tele2, Freenet und andere. Bekannt sind diese Firmen meist aus der Webung für ihre so genannten Call-by-Call-Vorwahlen und Preselection-Verträge.

Die VNBKZ

Die Wahl ob das Gespräch über den TNB oder einen alternativen VNB geführt werden soll, trifft der Teilnehmer. Und zwar immer vor der Initialisierung des Gespräches.

Hier kommt nun die VNBKZ ins Spiel. Wie der Name vermuten lässt, hat jeder VNB durch die Bundesnetzagentur eine Kennziffer zugeteilt bekommen.
Diese VNBKZ hat den Aufbau 010xy, bzw. 0100xy, wobei xy für eine beliebige zweistellige Zahl steht.

Eine aktuelle List aller zugeteilten VNBKZs ist auf der Homepage der Bundesnetzagentur abrufbar: http://www.bundesnetzagentur.de/enid/2e54f9b88a8fc9b0ff29133a066daec3,0/Verbindungsnetzbetreiberkennzahlen_183.html

Funktion der VNBKZ

Die VNBKZ teilt der Vermittlungsstelle des TNBs mit, dass das Gespräch nicht im eigenen Netz geroutet wird, sondern in das Netz des VNBs übergeben werden soll. Dieses Prinzip bezeichnet man als Interconnection und den logischen Übergabepunkt zwischen dem Netz des TNB und des VNB als „Point Of Interconnection“.
Jenseits des POIs wird das Gespräch im Netz des VNBs weitervermittelt.
Das Gespräch wird durch das VNB-Netz solange weitervermittelt, bis es an einen POI gelangt, der dem gerufenen Teilnehmer (B-Teilnehmer) am nächsten liegt. Hier wird das Gespräch wieder an den TNB übergeben, bei dem der B-Teilnehmer angeschlossen ist.

Der Kunde, der das Gespräch initiiert hat (A-Teilnehmer), zahlt die monatlichen Gebühren für den Telefonanschluss an den TNB und die Gebühren für die geführten Gespräche an den VNB. Der VNB wiederum zahlt Gebühren für die Nutzung des POIs.

Die Unterscheidung, ob ein Gespräch im Netz des TNBs bleibt oder an einen VNB übergeben wird, findet auf der TVSt des TNBs statt.

Die Entscheidung dazu trifft der A-Teilnehmer. Es gibt dazu zwei Verfahren:

Call-by-Call
Die Entscheidung ob und mit welchem VNB das Gespräch geführt wird, trifft der A-Teilnehmer vor Beginn der Verbindung mit der Wahl.
Vor der Rufnummer des B-Teilnehmers (u.U. mit Ortsvorwahl) wird die VNBKZ gewählt.

Voraussetzung ist, dass der VNB einen Interconnection-Vertrag mit dem TNB hat und der TNB generell die Wahl von VNBn zulässt. Die 01033 der DTAG wird jedoch von den meisten Netzbetreibern zugelassen, da diese meist selbst Verträge mit der Telekom haben.

Da die Entscheidung für einen VNB vor jedem Gespräch neu getroffen wird, nennt man dieses Verfahren auch Call-By-Call (Gespräch für Gespräch). Die Entscheidung für eine VNBKZ kann variieren, wenn es sich um ein Orts-, Fern- oder Auslandsgespräch handelt. Verschiedene VNB bieten verschiede Tarife an.
Die Abrechnung der über den VNB geführten Gespräche erfolgt je nach vertraglicher Vereinbarung über die Telefonrechnung des TNBs.

Preselection

Alternativ kann die VNBKZ auch auf Antrag in der TVSt des TNBs dauerhaft eingestellt (bis zur Kündigung) werden. Dann führt der A-Teilnehmer entweder alle Gespräche über den VNB oder es wird eine Unterscheidung zwischen Orts-, Fern- und Auslandsgespräche vorgenommen.

Das Verfahren wird Preselection (Vorabauswahl) genannt, weil sich der Kunde auf einen VNB festgelegt und mit ihm einen Vertrag schließt.

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