Graue Post

16. März 2010

Impulswahlverfahren (IWV)

Filed under: Signale & Töne — Schlagwörter: , , — Fernmeldegeist @ 10:45

Das Impulswahlverfahren (IWV) ist die heute gebräuchliche Bezeichnung im deutschen Sprachraum für das älteste Signalisierungsverfahren der automatischen Telefonvermittlung. Früher war es das einzige Wahlverfahren und brauchte daher keinen Eigennamen. Heute ist es für analoge Telefonanschlüsse weitgehend vom Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) abgelöst worden.

Mit der Erfindung der Wählscheibe (Nummernschalter) und der zugehörigen Vermittlungstechnik wurde die Funktionsweise und das Protokoll des Wahlverfahrens festgelegt.

Durch das Abheben des Telefonhörers beim analogen Endgerät wird zur Vermittlungsstelle eine Stromschleife geschlossen und von der Vermittlungsstelle der Wählton zum Teilnehmer gesendet. Das Betätigen des Nummernschalters unterbricht diese Schleife entsprechend der gewählten Ziffer. Bei Wahl der Ziffer 1 einmal, bei Ziffer 2 zweimal, … bei Ziffer 0 zehnmal. Im Telefonhörer ist dies bei manchen Telefonen als eine Folge von Knacksern zu hören. Die gewählten Ziffern werden auf diese Weise in Wählimpulse umgesetzt. Sobald eine etwas längere Pause folgt, wird auf die nächste Zahl gewartet.

Impulsverhältnis

Für eine korrekte Wahl der gewünschten Telefonnummer ist der gleichmäßige Lauf des Nummernschalters von entscheidender Bedeutung.
Das Impulsverhältnis, also das Verhältnis von Öffnen zu Schließen, des n s i-Kontakts soll in Deutschland im Verhältnis 1,6 : 1 erfolgen und die Ablaufzeit für 10 Impulse (Wahl der Ziffer 0) soll 1 Sekunde betragen.

Hierdurch beträgt die Zeit für 1 Impuls = 100 ms. Somit ergibt sich für einen Impuls ein Impulsverhältnis von 62 ms Öffnungszeit und 38 ms Schließzeit für den n s i-Kontakt.

Einige moderne digitale Vermittlungsstellen erlauben auch 20 Pulse pro Sekunde.

Toleranzen bei den Wählimpulsen

Soll- und
Grenzwerte
Tast-
Verh.
Impuls-
Dauer
Impuls
(aus)
Pause 
(ein)
Mindstwert 1,3:1,0
1,9:1,0
90 ms
90 ms
51 ms
59 ms
39 ms
31 ms
Sollwert 1,6:1,0 100 ms 62 ms 38 ms
Höchstwert 1,3:1,0
1,9:1,0
110 ms
110 ms
62 ms
72 ms
48 ms
38 ms

 

Besonderheiten

Bei alten analogen Telefonen ist eine Impulswahl auch durch geschicktes Betätigen des Gabelumschalters möglich (Erzeugen einer Unterbrechung). Dies ist auch der Grund warum die Notrufnummer von ursprünglich 111 auf 110 umgestellt wurde, da es öfter vorkam, dass durch mehrmaliges Betätigen des Gabelumschalters drei mal ein Impuls abgegeben wurde und somit die Notrufnummer gewählt wurde. Dies konnte mit 110 vermieden werden, da für die Null zehn Impulse benötigt werden.

Quellen:

Artikel Impulswahlverfahren. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. Januar 2006, 20:11 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Impulswahlverfahren&oldid=12727436 (Abgerufen: 25. Februar 2006, 13:43 UTC)

Artikel Nummernschalter. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Januar 2006, 18:50 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nummernschalter&oldid=12797825 (Abgerufen: 25. Februar 2006, 13:47 UTC)

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